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Eine Wohnung als Kapitalanlage

Seit Jahren befinden sich die Zinsen im Keller. Sparer können deshalb bei ihrer Hausbank kaum noch ihr Geld profitabel anlegen. Deshalb müssen neue Wege beschritten und bei der Geldanlage umgedacht werden. Der Fokus muss dabei weg vom Bankkonto hin zu Sachanlagen wie Immobilien, Edelmetalle oder Aktien gerichtet werden. Für viele Sparer stellt sich deshalb die Frage, welche Vor- und Nachteile eine Wohnung als Kapitalanlage gegenüber anderer Anlageformen hat. Denn bezüglich Immobilien als Wertanlage kursieren leider immer noch viele Falschinformationen.

Das graue Gold!


Immobilien werden gemeinhin als sichere Wertanlage gesehen und deshalb auch gerne mit Gold verglichen, da die Krisenfestigkeit beider Anlageformen sehr hoch ist. Dieser Ruf fußt auf der Tatsache, dass weder Gold noch Immobilien schnell vermehrt werden können. Deshalb erweisen sich beide als inflationssichere Wertanlage. Wird mehr Geld in Umlauf gebracht, steigt folglich auch der Preis, zu dem eine Immobile wieder veräußert werden könnte.

Das graue Gold bei der Wohnung als Kapitalanlage?


Zwischen Gold und Immobilien besteht allerdings ein entscheidender Unterschied, der leider viel zu häufig übersehen wird: Für Gold gibt es EINEN Markt, der Markt für Immobilien hingegen ist äußerst vielfältig. Denn während eine Unze Feingold mit jeder anderen Unze der gleichen Prägung austauschbar ist, unterscheiden sich Immobilien sehr stark voneinander. So wird der Wert einer Wohnung unter anderem von deren Lage beeinflusst. Der Wert einer Wohnung in bester Lage in München unterscheidet sich deshalb stark von dem einer vergleichbaren Wohnung in einem entlegenen Dorf in einer strukturschwachen Region. Die Bewertung der Lage ist dabei dynamisch und kann nicht immer exakt prognostiziert werden. So kann beispielsweise der Bau einer neuen Umgehungsstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnung die ehemals gute Lage erheblich abwerten und zu einem hohen Wertverlust führen. Sparer sollten sich deshalb immer im Klaren darüber sein, dass sie beim Investment in eine Immobilie auf „Gedeih und Verderb“ an diese einzelne Immobilie gebunden sind. Das Risiko ist deshalb entsprechend groß.

Vermeintlich risikoarmes Investment entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als extrem riskant


Immobilien werden zumeist als besonders risikoarmes Investment angepriesen, da sich die Preise für „Betongold“ immer nach oben bewegen würden. Auf Grund der räumlich sehr fein gegliederten Märkte trifft dies aber niemals für alle Immobilien in gleichem Maße zu. Ein entsprechendes Investment ist deshalb am ehesten mit einer Situation zu vergleichen, in der ein Sparer sein gesamtes Kapital inklusive eines etwaigen Kredits in eine einzige Aktie investiert. Je nachdem, ob in Facebook oder Wirecard investiert wurde, kann dieses Vorgehen den finanziellen Hauptgewinn oder Totalverlust bedeuten. Eine Wohnung als Kapitalanlage zu erwerben kann sich vor diesem Hintergrund als extrem risikoreiches Investment entpuppen. Auch die hohen Versprechungen bezüglich der erzielbaren Miete lassen sich nicht ohne Weiteres immer in Zukunft realisieren und Leerstand kann ebenfalls niemals komplett ausgeschlossen werden.

Risikoarmes Investieren in Immobilien ist trotzdem möglich


Trotz des hohen Risikos beim Investment in Immobilien können diese als sinnvolle Ergänzung des Portfolios und als Gegengewicht zu Aktieninvestitionen dienen. Damit Immobilien ihr volles Potenzial im Portfolio entfalten können, sollten möglichst viele unterschiedliche Objekte gekauft werden und das Gesamtinvestment nicht einen zu großen Anteil an den Ersparnissen einnehmen. Wer jetzt denkt, dass Immobilien deshalb nur als Wertanlage für Superreiche geeignet sind, liegt hiermit falsch. Zum einen können beispielsweise Immobilienfonds oder Aktien von Immobilienfirmen erworben werden. So kann bereits mit wenig Kapital an der Entwicklung des Immobilienmarkts partizipiert und gleichzeitig eine ausreichende Streuung zwischen den einzelnen Objekten erreicht werden.

Die eigenen vier Wände – die beste Investition fürs Alter …


Im Gegensatz zur Investition in eine Wohnung als Kapitalanlage ist der Kauf einer Immobilie für den Eigenbedarf in den aller meisten Fällen uneingeschränkt zu empfehlen. Denn ein Leerstand ist hierbei naturgemäß nicht zu befürchten. Zwar werden keine Mieteinnahmen verbucht, aber dafür die eigenen Lebenshaltungskosten gesenkt, da keine Miete mehr bezahlt werden muss. Insbesondere in Zeiten immer weiter sinkender Renten kann dies die finanzielle Situation im Alter erheblich entlasten. Im besten Fall kann zusätzlich noch ein überdurchschnittlicher Wertzuwachs der Immobilie verzeichnet werden, weshalb diese in schlechten Zeiten sogar beliehen werden kann.

… aber mit Einschränkungen


So sinnvoll die Investition in ein Eigenheim in den allermeisten Fällen auch ist, für etwas taugt sie nur sehr bedingt: Die eigene Altersvorsorge. Denn wer im Alter seine gewohnte Umgebung nicht verlassen möchte, steht häufig vor dem „Problem“ in einer zu großen Wohnung zu leben, die ehemals für eine Familie mit Kindern ausgelegt war. Entsprechend hoch fallen die Betriebskosten und die entgangene Miete aus. Um die eigene Rente finanziell aufzubessern, ist es deshalb sinnvoller das Geld statt in eine Immobilie in Aktien zu investieren. Denn von steigenden Immobilienpreisen profitieren in den meisten Fällen hauptsächlich die eigenen Erben. Allerdings erfüllen Immobilien trotzdem einen wichtigen Effekt im Alter: Sicherheit! Denn egal, wie sich die Mietpreise im Verhältnis zur eigenen Rente entwickeln, die eigenen Wohnung wird einem nie zu teuer.

Fazit:


Ein Investment in Immobilien ist deutlich riskanter, als gemeinhin angenommen. Trotzdem lohnt es sich in den meisten Fällen für den Eigenbedarf in Beton zu investieren. Darüber hinaus gehend sollten Investments in Immobilien immer als Risikoinvestments angesehen und entsprechend behandelt werden. Denn auch wenn der Markt für Immobilien derzeit hohe Renditen verspricht, kann sich das Blatt auch wieder wenden. Sofern trotz des Risikos ein Investment in eine Wohnung zur Kapitalanlage geplant ist, sollten Sparer unbedingt eine günstige Chance für den Kauf abpassen. So können Zwangsversteigerungen oder derzeit noch unterschätzte Städte beziehungsweise Stadtviertel eine gute Chance bieten. Eine andere gute Chance kann darin liegen, eine Studentenwohnung zu erwerben, wenn die eigenen Kinder studieren. So finanziert sich die Wohnung in den ersten Jahren durch die gesparten Mietzahlungen des Kindes zum Teil selbst.

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